Koptenbischof Dr. Anba Damian vertritt die
koptischen Christen in Deutschland.
Damian wuchs in einer koptisch-orthodoxen
Familie in Kairo auf. Nachdem sein Vater, der als Beamter im
ägyptischen Gesundheitsministerium arbeitete, 1966 verstarb,
übernahm die Mutter, die als Schneiderin und Hausfrau arbeitete,
die Führung der Familie und zog die Kinder allein auf. Damian
studierte
Medizin in
Kairo und schloss sein Studium 1979 ab. Nach Ableistung des
Anerkennungs-jahres in Kairo begann er 1981 seine Arbeit als
zivilangestellter Arzt im amerikanischen Militärkrankenhaus in
Stuttgart. Von 1982 bis 1988 absolvierte er die Facharztausbildung
in
Strahlentherapie,
Nuklearmedizin
und
Röntgendiagnostik
im Kreiskrankenhaus
Ludwigsburg
zum „Facharzt für Radiologie“. Ab 1988 arbeitete er drei Jahre als
Oberarzt in
der
Radiologie
im Kreiskrankenhaus
Mühlacker
(Enzkreis).
1991 kam es zu einer Zäsur in Damians
Leben, als er sich entschied, die gesicherte Existenz als
Mediziner aufzugeben und fortan sein Leben in den Dienst der
Koptisch-Orthodoxen Kirche zu stellen. Sein damaliges Ziel war ein
Leben als Mönch in einem der ägyptischen Klöster, im Idealfall als
Eremit
(Einsiedler haben einen herausragenden Status innerhalb der
Koptisch-Orthodoxen Kirche und bedürfen für diese Lebensform der
Genehmigung des Patriarchen). Allerdings verlief die Entwicklung
dann doch anders als von ihm geplant. Im November 1992 empfing er
die Mönchsweihe, 1993 die Priesterweihe durch Papst
Shenouda III.
im ägyptischen St. Bischoi-Kloster. Im gleichen Jahr wurde er als
Seelsorger für die in Deutschland geborenen koptisch-orthodoxen
Jugendlichen nach Deutschland gesandt. Am 22. Dezember 1993
übernahm er für die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland die
verfallene Klosterruine in Höxter-Brenkhausen vom Land
Nordrhein-Westfalen
und begann – unter Mithilfe koptisch-orthodoxer
Diakone aus
Ägypten - mit der Restaurierung der Anlage, die seitdem sein
Dienstsitz ist. 1995 folgte in der
Markuskathedrale
in Kairo die Weihe zum Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen
Kirche in Deutschland.
Damian legt in seiner Arbeit als
Generalbischof außerordentlichen Wert auf die Arbeit und
Integration innerhalb der Ökumene der christlichen Kirchen. Er
unterhält seit Beginn seiner Tätigkeit in Deutschland intensive
Kontakte zu katholischen und evangelischen Gemeinden, pflegt
darüber hinaus aber auch Kontakte und Austausch sowohl mit
jüdischen Organisationen und Gemeinden, wie auch mit gemäßigten
islamischen Organisationen. Durch die eigene
Vita
geprägt, wirkt Damian für die Integration und das Verständnis
zwischen
abendländischer
und
orientalischer
Kultur.
Damian ist im Kloster Höxter-Brenkhausen
und auf seinen Reisen außerhalb immer in der Tracht des
Koptisch-Orthodoxen Mönches anzutreffen. Neben der schwarzen
Priestersoutane
ist dies insbesondere die bescheidene Kappe, die mit 12 koptischen
Kreuzen den Schutz der 12 Apostel für den Träger symbolisiert. Die
Mittelnaht geht, der Legende nach, auf eine Begebenheit zurück,
die dem Heiligen Antonius in der Wüste widerfuhr. Ein Dämon
versuchte ihm seine Kappe vom Kopf zu stehlen, aber er hielt sie
fest, und die Kappe riss in der Mitte. Die symbolische Naht
erinnert die Kopten heute an Anfeindungen und Angriffe, die sie in
diesem Leben zu erwarten haben. Ein weiterer Bestandteil der
Tracht ist das koptische Lederkreuz. Bei festlichen Anlässen wird
die Tracht durch eine Kopfbedeckung ergänzt, die an eine
Turban
erinnert.
Das Kloster in Höxter-Brenkhausen hat
Damian zu einem Ort der Begegnung gemacht. Die hohe Zahl der
Besucher – sowohl christliche Gemeinden, wie auch
Individualbesucher – verdeutlicht sowohl die Offenheit, mit der
Damian und die Koptisch-Orthodoxe Kirche sich (ohne jeglichen
Missionseifer) den interessierten Besuchern vorstellen, als auch
die ägyptische Gastfreundschaft, die man bei einem Besuch in
Brenkhausen erfährt.
Quelle: wekipedia/Foto: martin nobbe/pressebüro nOkem